Projekt FuN

Neuer FuN-Durchlauf

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Der neue FuN-Durchlauf findet vom 12.04 - 31.05.2011 im Eltern-Kind-Zentrum statt.

 

Projekt Fun

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Weiterlesen...FuN heißt: Familie und Nachbarschaft


Eine wesentliche Motivation zur Netzwerkarbeit ist die gemeinsame Durchführung nachhaltiger Projekte, durch die mehr Lebensqualität der Zielgruppe erreicht werden kann.

Ein erstes gemeinsames Projekt mit einzelnen potenziellen Netzwerkpartnern (wie u.a. das Eltern-Kind-Zentrum, STIBB e.V., die Arche, Stadtkontor, Regionaler Knoten Brandenburg ...), ist ein Projekt der Gesundheitsförderung das präventiv pädagogische Programm „Familie und Nachbarschaft (FuN).

Hierbei handelt es sich um ein interaktives Familienprogramm an dem sozial benachteiligte Familien (Eltern und Kinder) gemeinsam teilnehmen und in dem das Lernen durch Erfahrung im Vordergrund steht.
FuN lebt von einem spielerischen Charakter und verzichtet auf pädagogische Zeigefinger.

Im FuN-Programm werden folgende Hauptziele angestrebt:

  • Elternkompetenzen und Elternverantwortung stärken
  • Zusammenhalt und Strukturbildung in Familien entwickeln
  • Kommunikation und Konfliktfähigkeit innerhalb der Familie fördern
  • Kontakt, Selbsthilfe und Netzwerke von Familien aufbauen
  • Integration und Mitwirkung von Familien in pädagogischen Einrichtungen unterstützen
  • Kooperation und Vernetzung von familienorientierten Diensten ausbauen.
 

FuN – ein Programm zur präventiven Gesundheitsförderung

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Logo des Projektes FuN FuN heißt: Familie und Nachbarschaft

Das präventive Familienprogramm FuN eignet sich aus verschiedenen Gründen für den Einsatz im Rahmen von Gesundheitsförderungsprogrammen:
  • Als handlungs- und erfahrungsorientiertes Programm bietet es einen idealen Raum für neue gemeinsame Erfahrungen in der Familie.
  • Es fördert die elterlichen Kompetenzen und damit ihre Fähigkeiten, ihre Kinder für gemeinsame Aktionen zu motivieren und sie zu bewegen, dabeizubleiben.
  • FuN fördert soziale Lernprozesse innerhalb der Familien und mit anderen Eltern und Kindern und schafft damit gute Voraussetzungen für neue und positive Erfahrungen.

Einige spezifische Programmelemente des FuN - Programms bieten besondere Ansatzpunkte für den Einsatz als Programm zur Gesundheitsförderung:
  • Die Kooperations- und Kommunikationsspiele sind der Rahmen für Spiele und Übungen mit Bewegung und Spaß; es geht um Spiele ohne Bewertung und ohne Angst vor Beschämung, die auf jeden Fall erfolgreich enden und damit Motivation schaffen, weiterzumachen. Zum Thema „Gesundheitsförderung“ sind hier (Lern-) Spiele entwickelt worden, in denen spielerisch Informationen über Nahrungsmittel gelernt werden können.
  • Das gemeinsame Essen am Familientisch in angenehmer Atmosphäre bietet die Möglichkeit, die Mahlzeit als kommunikative Situation zu erleben. Jeweils eine Familie kocht mit Unterstützung für die gesamte Gruppe. In der positiven Stimmung können Familien motiviert werden, sich auf neue Koch- und Essens-Erfahrungen einzulassen.
  • Die Überraschungsspiele sind Aktionsspiele in der gesamten Gruppe mit viel Spaß, Lachen und Bewegung.
  • Die Begrüßungs- und Abschiedsrituale sind kurze spielerische Situationen zu Beginn und am Ende des Programms mit Gesang, Spiel und Bewegung.
Das FuN-Programm ist von Frau Prof. Dr. Sigrid Tschöpe-Scheffler von der FH-Köln auf die Ziel- und Zielgruppenerreichung mit positiven Ergebnissen evaluiert worden Wir halten es aus den genannten Gründen darüber hinaus als bestens geeignet, Eltern und Kindern grundsätzliche und spezifische und vor allem nachhaltige Erfahrungen im Bereich der Gesundheitsförderung zu vermitteln.


FuN – ein neues Konzept für Elternarbeit in Kindertageseinrichtungen

Die Pisa-Studie hat die Diskussion über die Erziehung und Bildung von Kindern neu belebt. Sie hat deutlich gemacht,
  • dass die Bildungschancen von Kindern immer noch in bedeutendem Maße von der Herkunft, d. h. von den sozialen und finanziellen Bedingungen abhängen, unter denen die Kinder leben.
  • dass Lernen viel früher beginnt als mit dem Eintritt in die Schule und der Bereich vorschulischer Erziehung von besonderer Bedeutung ist und
  • dass Lernen neben der Förderung intellektueller und kognitiver Leistungen den Bereich der sozialen und persönlichen Entwicklung der Kinder in den Blick nehmen muss.
Die Realität der Elternarbeit in Kindertageseinrichtungen wird von vielen KollegInnen so beschrieben: Es kommen immer weniger Eltern zu den Angeboten für und mit Eltern und es kommen immer dieselben Eltern und eben gerade jene nicht, die es – nach Meinung der KollegInnen – „nötig hätten“. Das FuN-Programm geht aus diesen Gründen neue Wege:
  • FuN spricht die ganze Familie an. Alle Geschwisterkinder und alle an der Erziehung der Kinder beteiligten wichtigen Personen. Das können neben den Elternteilen vielleicht auch neue Lebenspartner, Onkel, Tanten oder Großeltern sein, die zur regelmäßigen Teilnahme am Programm eingeladen werden.
  • Die FuN-TeamerInnen treffen sich mit den einzelnen Eltern zu Vorgesprächen, bei denen die Eltern für das Programm geworben und motiviert werden. Diese Gespräche können in der Einrichtung, aber auch bei Hausbesuchen in der Familie geführt werden. Ziel dieser Gespräche ist es, den Eltern das Programm vorzustellen und ihnen die Chancen einer guten Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Kita deutlich zu machen.
  • FuN findet zu einer Zeit statt, in der auch berufstätige Elternteile möglicherweise teilnehmen können, also am Spätnachmittag. Drei Stunden lang spielen die Familien am Familientisch verschiedene Spiele und tauschen sich mit anderen Familien aus. Das Programm beinhaltet ein gemeinsames Essen, das das Abendessen in der Familie ersetzen kann.
  • FuN setzt auf die nachhaltige Wirkung des Lernens durch Erfahrung. Die Interaktion der Familienmitglieder am Familientisch erprobt neue Umgangsformen innerhalb der Familie. Dabei bleiben die Eltern die Verantwortlichen für die Gestaltung und den Ablauf der Spiele und Übungen.

FuN – Kooperation familienbezogener Dienste im Stadtteil

FuN ist ein Entwicklungsschritt in Richtung auf das derzeit viel diskutierte Modell der Familienzentren und kann ein wichtiger Baustein eines zukünftigen Familienzentrums sein. Es bindet die Arbeit verschiedener familienbezogener Dienste im Stadtteil zusammen. Neben der Kindertageseinrichtung, in der die Kinder sind und über die die Eltern für das FuN - Programm angesprochen werden, sind noch ein bis zwei weitere Kooperationspartner dabei. Dies kann die nahe Familienbildungsstätte, die Erziehungsberatungsstelle oder ein anderer lokaler familienbezogener Dienst sein. Daneben ist auch die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und seinen stadtteilbezogenen Angeboten, also dem ASD beispielsweise oder der Sozialpädagogischen Familienhilfe erwünscht. Ziel dieser Kooperation ist ein Doppeltes: Zum einen können die Familien die Unterstützungsangebote verschiedener Einrichtungen kennen lernen und sie später mit konkreten Personen in Verbindung bringen, zum anderen lernen sich die KollegInnen verschiedener Einrichtungen in dieser Zusammenarbeit besser kennen. Die Wege zwischen den Einrichtungen werden kürzer und können schneller genutzt werden.

Foto: Projekt Fun Grafik
Multiprofessionelle Kooperation im FuN - Team – Kompetenzen ergänzen sich!
Das FuN -Team besteht aus zwei bis drei Personen der unterschiedlichen Einrichtungen. Die Mitarbeiterin der Einrichtung, in der das Programm durchgeführt wird, kennt die Kinder und die Eltern und ist daher die erste AnsprechpartnerIn; außerdem bringt sie ihre Fachlichkeit, mit Kindern arbeiten zu können und um deren Gefühle und Entwicklungsbedürfnisse zu wissen, als besondere Kompetenz in die Teamarbeit ein.

Hinzu kommt die MitarbeiterIn eines familienbezogenen Dienstes möglichst aus dem Stadtteil, die im Team die Expertin für Elternarbeit ist.

Wünschenswert ist als Dritte im Bunde die MitarbeiterIn aus dem Jugendamt, dem ASD oder BSD. Sie kann über den direkten persönlichen Kontakt die Unterstützungsangebote des Jugendamtes für Familien näher bringen.

Diese Form der Kooperation auf professioneller Ebene im FuN-Programm soll gewährleisten, dass sich die Arbeitskonzepte gegenseitig ergänzen durchdringen und Wahrnehmungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln für die Familien neue und hilfreiche Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen. Durch die persönlichen Kontakte werden zudem die Unterstützungsangebote für Familien leichter zugänglich.


FuN – ein niedrigschwelliges Programm auch für bildungsungewohnte Familien

FuN ist entwickelt worden mit dem Ziel, bildungsungewohnte und sozialbenachteiligte Familien zu erreichen. Auch Migrantenfamilien, die auf Grund ihrer deutschen Sprachkenntnisse und ihrer kulturellen Andersartigkeit teilweise schwer erreichbar sind, werden von FuN angesprochen. Viele Elternkurse setzen darauf, dass Eltern in der Lage sind, über ihr Erziehungsverhalten nachzudenken, zu diskutieren und darüber zu neuen Einsichten und dann zu neuem Verhalten in Erziehungssituationen zu kommen.

FuN setzt auf neue gemeinsame Erfahrungen. Bei den verschiedenen Programmelementen - bei den Spielen in der Familie, beim gemeinsamen Essen, beim Austausch mit anderen Familien – machen die Kinder Erfahrungen mit ihren Eltern und die Eltern Erfahrungen mit ihren Kindern. Diese Erfahrungen werden im Programm konkret so gestaltet, dass sie für die Familien neue Qualitäten erhalten. Die Eltern erklären beispielsweise die Spielregeln und achten auf ihre Einhaltung; die Eltern verteilen Aufgaben an die Kinder und erwarten ihre Erledigung. Die Kinder erleben ihre Eltern in ihrer Rolle, freuen sich über die Zuwendung und die Zeit und sind meist sogar stolz darauf, gemeinsam mit ihren Eltern diese Zeit zu erleben.

Das FuN –Team steuert diese Prozesse. Es schafft eine annehmende Atmosphäre, in der neue positive Erfahrungen möglich sind aber auch schwierige Erfahrungen und Situationen Raum haben und thematisiert, aber nicht bewertet werden. Nicht die Ergebnisse sind wichtig, sondern die Prozesse, die in den Familien ablaufen. Diese werden den Familien von den FuN-TeamerInnen konstruktiv widergespiegelt.

Die Ausrichtung und Gestaltung des FuN Programms spricht insbesondere Familien an, die ansonsten keinen Zugang zu Bildungs- und Informationsveranstaltungen haben. Konkrete neue Erfahrungen, die schwerpunktmäßig zunächst im Rahmen der eigenen Familie gemacht werden können, schaffen einen Raum für Wachstum und Lernen. Gedanklich differenzierende und sprachliche Ausdrucksfähigkeit treten deutlich in den Hintergrund. Für die Familien mit Migrationshintergrund ist erleichternd, dass die meisten Spiele an den Familientischen durchgeführt werden und die Familien sich dort in ihrer Heimatsprache verständigen können.

Um diese Zielgruppe zu erreichen, sind besondere Schritte zu unternehmen. Der Weg führt über den direkten Kontakt und das persönliche Gespräch. Inhalt dieser Gespräche sind nicht die besonderen Probleme der Familie oder der Kinder, sondern die Chance, im Programm etwas zu erleben und zu lernen, was für das Gelingen des Zusammenlebens in Familien wichtig und förderlich ist.

Die Einrichtungen, z. B. die Kindertagesstätte, wählen Familien gezielt aus, bei denen Unterstützungsbedarf deutlich oder absehbar ist. Die Familien werden auf freiwilliger Basis zur Teilnahme in einem persönlichen Gespräch eingeladen. Diese Gespräche verdeutlichen den Eltern die positive Wirkung des Programms, ohne auf Erziehungsdefizite zu verweisen. Erziehung und Familienleben wird aber in diesen Gesprächen durchaus als eine anspruchsvolle und nicht immer leichte Aufgabe beschrieben. Die Einladungsgespräche werden gemeinsam mit der den Familien bekannten KiTa-MitarbeiterIn oder LehrerInnen und z. B. der FamilienbildnerIn geführt , da das eine größere Neutralität gewährleistet.


Das Programm und die Programmziele

Das Familienprogramm FuN unterscheidet sich in zwei wesentlichen Punkten von den meisten bekannten Elternprogrammen. Es richtet sich zum einen an Eltern und Kinder und ermöglicht damit gemeinsames Lernen; zum anderen zielt FuN auf die Integration von bildungsungewohnten und sozial benachteiligten Familien und ist mit seinen innovativen/integrativen Lernformen speziell dafür entwickelt worden.

Im FuN-Programm werden folgende Hauptziele angestrebt:
  • Elternkompetenzen und Elternverantwortung stärken
  • Zusammenhalt und Strukturbildung in Familien entwickeln
  • Kommunikation und Konfliktfähigkeit innerhalb der Familie fördern
  • Kontakt, Selbsthilfe und Netzwerke von Familien aufbauen
  • Integration und Mitwirkung von Familien in pädagogischen Einrichtungen unterstützen
  • Kooperation und Vernetzung von familienorientierten Diensten ausbauen
Diese Ziele werden durch die Förderung von entsprechenden Kompetenzbereichen erreicht, die in den acht Elementen des FuN-Programms jeweils schwerpunktmäßig in den Blick genommen werden. Auch die Programmstruktur verfolgt das Hauptziel, die Erziehungskompetenz von Eltern zu stärken. Die Eltern werden beispielsweise für die Erklärung der Spiele nach vorne gebeten. Damit wird ihre Regie-Rolle als Eltern in der Familie betont: die Eltern erklären ihren Kindern das Spiel und achten auf die Einhaltung der Spielregeln.


Die FuN-Qualifizierung

  • viertägiges Seminar für 7 - 10 Teams: Inhalte und Methodik des Programms, Teamentwicklung, Förderung der familienpädagogischen Kompetenzen, Planung der Praxisphase mit den Familien
  • Durchführung des FuN-Programms (3 Stunden pro Woche) mit den Familien in den Einrichtungen vor Ort
  • Begleitung der selbstorganisierten FuN-Familiengruppe (6x) in Einrichtungen im Sozialraum
  • Teilnahme am praxisbegleitenden Beratungs- und Supervisionsangebot für die Teams durch die Trainer/ innen
  • Mitwirkung bei der Evaluation des FuN-Programms
  • Auswertungsveranstaltung

Foto: prae paed Logo praepaed
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Bernd Brixius
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